Unser Grätzl steht in den kommenden Jahren vor einigen Veränderungen.
Allein im neuen „Quartier Anton“ zwischen Kollmayergasse, Arndtstraße und Anton-Scharff-Gasse entstehen ~130 Wohnungen, fünf Gewerbeeinheiten und 60 Pkw-Stellplätze. Damit kommt selbstverständlich auch zusätzlicher Zielverkehr ins Grätzl.
Infos zum „Quartier Anton“ findest du hier.
Gleichzeitig wird die Wohnstraße Kollmayergasse im Rahmen des Wiener Klimateams umgestaltet und stärker verkehrsberuhigt. Das Projekt „Grünes Straßen-T Kollmayergasse-Arndtstraße“ wurde 2025 von der gelosten Bürger:innen-Jury als eines der Siegerprojekte ausgewählt. Die Infos zum „Klimateam“ und den ausgewählten Projekten findest du hier.
Vor diesem Hintergrund hat unser Wohnstraßenverein schon 2022 eine weitere Änderung angeregt: Die Einbahnrichtungen in der Wohnstraße Kollmayergasse und in der Anton-Scharff-Gasse sollen umgedreht werden. Die grundsätzliche Machbarkeit wurde inzwischen von den zuständigen Magistratsstellen und der Verkehrskommission des Bezirks geprüft. Der Bezirk plant dazu eine Information der Anrainer:innen (am 30.09. in der Arndtstraße / Ecke Kollmayergasse) und eine Befragung.
Deine Stimme ist gefragt!
Die direkten Anrainer:innen im Grätzel haben Anfang September ein Schreiben der Bezirksvorstehung erhalten.
Bist du für das Umdrehen der Einbahn („Ja“) oder die Beibehaltung der derzeitigen Regelung, also keine Änderung („nein“)?
Die Stimmzettel können bei der Infoveranstaltung am 30.09. in der Arndtstraße oder am Bezirksamt abgegeben werden. Sobald wir ein Auszählungsergebnis haben, werden wir euch darüber natürlich hier, im Newsletter und durch entsprechende Aushänge informieren. Ihr könnt natürlich gerne uns fragen oder direkt im Bezirksamt.
Was ist konkrekt geplant?
Heute führt die Einbahn in der Wohnstraße Kollmayergasse von der Arndtstraße nach Norden bis zur T-Kreuzung mit der Hofbauergasse.
Künftig soll sie in die Gegenrichtung führen: Hofbauergasse → Kollmayergasse → Arndtstraße.
In der Anton-Scharff-Gasse ist es genau umgekehrt. Heute führt sie von Norden nach Süden, künftig soll die Fahrtrichtung von der Arndtstraße nach Norden zur Hofbauergasse verlaufen.
Alle übrigen Straßen und Einbahnrichtungen bleiben unverändert.
Für Wege zu Fuß ändert sich dadurch nichts. Auch für den Radverkehr ändert sich in der Wohnstraße nichts, denn Fahrräder dürfen dort ausdrücklich auch gegen die Einbahn fahren.
Warum hat unser Verein diese Änderung vorgeschlagen?
Der Grund liegt in einem Widerspruch zwischen der Funktion der Straße und ihrer heutigen Verkehrsführung.
Die Kollmayergasse ist eine Wohnstraße. In Wohnstraßen ist Fahrzeugverkehr grundsätzlich verboten; erlaubt ist unter anderem das Befahren zum Zwecke des Zu- und Abfahrens. Bewohner:innen, Besucher:innen, Lieferdienste, Taxis oder Handwerker:innen dürfen also selbstverständlich weiterhin zufahren. Wer die Straße lediglich benutzt, um von der Arndtstraße möglichst schnell zur Schönbrunner Straße zu kommen, darf das hingegen schon heute nicht.
Die derzeitige Einbahnrichtung macht aber genau diese Fahrt besonders naheliegend:
Arndtstraße → Kollmayergasse → Schönbrunner Straße.
Die geplante Änderung schafft daher kein neues Durchfahrtsverbot. Sie sorgt vielmehr dafür, dass das bereits bestehende Durchfahrtsverbot auch in der Verkehrsführung erkennbar wird.
Der offizielle Antrag in der Bezirksvertretung vom Dezember 2025 nennt genau dieses Ziel: Die Einbahnregelungen in Kollmayergasse und Anton-Scharff-Gasse sollen so geändert werden, dass die Wohnstraße nicht länger als Durchzugsroute zur Schönbrunner Straße genutzt werden kann.
Was ändert sich ungefähr für mich?
Die folgenden Werte sind Näherungswerte anhand des Straßennetzes und unserer Kartenanalyse. Sie sollen die Größenordnung zeigen, keine zentimetergenaue Verkehrsplanung ersetzen.
| Ich wohne … | Was ändert sich ungefähr? |
|---|---|
| in der Wohnstraße Kollmayergasse | Die Einbahn wird umgedreht. Richtung Westen über die Arndtstraße wird der Weg je nach Wohnort ungefähr 90–240 m kürzer. Richtung Schönbrunner Straße/Gürtel entstehen ungefähr 150–300 m mehr. Bei der Zufahrt sind die Unterschiede wesentlich kleiner. |
| in der Kollmayergasse nördlich der Hofbauergasse | Die Einbahn bleibt unverändert. Beim Hinausfahren ändert sich praktisch nichts; bei einzelnen Zufahrten ergeben sich nur geringe Unterschiede. |
| in der Hofbauergasse | Die Fahrtrichtung bleibt unverändert. Bei den von uns untersuchten Routen bewegen sich die Änderungen meist im Bereich von wenigen Dutzend Metern. |
| in der Anton-Scharff-Gasse | Die Einbahn wird umgedreht. Einige Fahrten werden dadurch länger, andere kürzer. Richtung Schönbrunner Straße/Gürtel wird die Route von einem mittleren Standort beispielsweise um ungefähr 100 m kürzer, Richtung Westen um ungefähr 50 m länger. |
| außerhalb des Grätzls | Wer die Wohnstraße bisher lediglich als Abkürzung zwischen Arndtstraße und Schönbrunner Straße genutzt hat, muss künftig die reguläre Route benutzen – etwa über die Korbergasse. |
| Ich wohne in der Wohnstraße Kollmayergasse |
|---|
| Die Einbahn wird umgedreht. Richtung Westen über die Arndtstraße wird der Weg je nach Wohnort ungefähr 90–240 m kürzer. Richtung Schönbrunner Straße/Gürtel entstehen ungefähr 150–300 m mehr. Bei der Zufahrt sind die Unterschiede wesentlich kleiner. |
| Ich wohne in der Kollmayergasse nördlich der Hofbauergasse |
| Die Einbahn bleibt unverändert. Beim Hinausfahren ändert sich praktisch nichts; bei einzelnen Zufahrten ergeben sich nur geringe Unterschiede. |
| Ich wohne in der Hofbauergasse |
| Die Fahrtrichtung bleibt unverändert. Bei den von uns untersuchten Routen bewegen sich die Änderungen meist im Bereich von wenigen Dutzend Metern. |
| Ich wohne in der Anton-Scharff-Gasse |
| Die Einbahn wird umgedreht. Einige Fahrten werden dadurch länger, andere kürzer. Richtung Schönbrunner Straße/Gürtel wird die Route von einem mittleren Standort beispielsweise um ungefähr 100 m kürzer, Richtung Westen um ungefähr 50 m länger. |
| Ich wohne außerhalb des Grätzls |
| Wer die Wohnstraße bisher lediglich als Abkürzung zwischen Arndtstraße und Schönbrunner Straße genutzt hat, muss künftig die reguläre Route benutzen – etwa über die Korbergasse. |
Das wichtigste Ergebnis unserer Betrachtung lautet daher nicht „für alle wird alles kürzer“ – das wäre offensichtlich falsch. Aber ebenso falsch wäre: „Künftig müssen die Anrainer:innen große Umwege fahren.“ Einzelne Strecken verändern sich. Manche werden länger, manche kürzer. Die Erreichbarkeit aller Bereiche bleibt erhalten.
Ja, selbstverständlich.
Die Änderung bedeutet keine Sperre des Grätzls und keine Sperre der Wohnstraße für Zielverkehr. Wer hier wohnt oder hier ein Ziel hat, kann weiterhin zu- und abfahren. Was sich teilweise ändert, ist lediglich die Route, auf der man ein bestimmtes Haus erreicht oder von dort wieder wegfährt.
Und genau diese Wege haben wir uns näher angesehen.
Aus den Wegstrecken lässt sich keine exakte Fahrzeit ableiten – dafür spielen Ampeln, Verkehr und Wartezeiten eine viel zu große Rolle.
Die zusätzlichen Distanzen liegen bei den meisten untersuchten Fahrten aber im Bereich einiger Dutzend bis weniger hundert Meter. Der größte von uns festgestellte Nachteil betrifft die Fahrt aus dem nördlicheren Bereich der Wohnstraße Richtung Schönbrunner Straße/Gürtel mit rund 300 zusätzlichen Metern.
Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass in der Wohnstraße bereits heute nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist. Eine längere Strecke über eine normale Straße bedeutet daher nicht automatisch denselben prozentuellen Anstieg bei der Fahrzeit. Eine belastbare Aussage wie „das kostet exakt 37 Sekunden“ wäre trotzdem unseriös. Dafür bräuchte es reale Messfahrten.
Für sie gilt dasselbe wie heute: Wer ein Ziel in der Wohnstraße hat, darf zufahren.
Das „Zu- und Abfahren“ ist nicht auf Menschen beschränkt, die dort wohnen. Auch Besucher:innen, Lieferdienste, Taxis, Pflegedienste, Handwerker:innen usw. können weiterhin ihre Ziele erreichen. Lediglich die Richtung, aus der einzelne Adressen mit dem Auto angefahren werden, kann sich ändern.
Heute: Die Verkehrsführung bietet eine sehr direkte Verbindung von der Arndtstraße durch die Wohnstraße zur Schönbrunner Straße – obwohl die bloße Durchfahrt durch eine Wohnstraße nicht zulässig ist.
Künftig: Wer ein Ziel im Grätzl hat, kann weiterhin zufahren. Die durchgehende Route Arndtstraße → Wohnstraße → Schönbrunner Straße funktioniert für den Kfz-Verkehr dagegen nicht mehr.
Damit wird nicht plötzlich eine bislang erlaubte Straße gesperrt. Die Verkehrsführung wird vielmehr so organisiert, dass sie dem bestehenden rechtlichen Status als Wohnstraße besser entspricht.
Es gibt noch eine zweite Durchfahrtsroute, die mit der Änderung betroffen wäre.
Wer heute am Gaudenzdorfer Gürtel Richtung Süden fährt und in die Arndtstraße möchte, kann bereits bei der Hofbauergasse abbiegen und über die Anton-Scharff-Gasse zur Arndtstraße fahren. Dadurch lässt sich die Kreuzung Gürtel/Arndtstraße umgehen.
Mit der neuen Einbahnrichtung in der Anton-Scharff-Gasse wäre diese Route nicht mehr möglich.
Theoretisch könnte stattdessen jemand weiter durch die Hofbauergasse bis zur Kollmayergasse fahren und dort Richtung Arndtstraße abbiegen. Für jemanden ohne Ziel in der Wohnstraße wäre das allerdings wiederum eine unzulässige Durchfahrt.
Und unabhängig von der Einbahnfrage wird die Wohnstraße durch die geplanten begrünten Verschwenkungen zusätzlich verkehrsberuhigt. Damit dürfte sie als reine Abkürzung auch praktisch weniger attraktiv werden. Ob und wie viele Fahrzeuge eine solche Route trotzdem versuchen würden, lässt sich ohne Verkehrszählung allerdings nicht seriös vorhersagen.
Eine Einbahnänderung lässt Verkehr nicht verschwinden. Sie kann aber beeinflussen, welche Straßen sich als Durchzugsroute anbieten.
Für eine Fahrt von der Arndtstraße zur Schönbrunner Straße fällt die heute faktisch mögliche Abkürzung durch die Wohnstraße weg. Die reguläre Verbindung führt beispielsweise über die Korbergasse.
Eine weitergehende Verkehrsberuhigung des gesamten Grätzls wäre nur mit zusätzlichen Maßnahmen möglich. Im Rahmen des Wiener Klimateams wurde auch ein umfassenderer Vorschlag für ein „Supergrätzl“ entwickelt, dieser wurde von der Jury jedoch nicht als Siegerprojekt ausgewählt.
Gleichzeitig verändert sich das Straßennetz südlich von uns weiter. Im Bereich Wolfganggasse wird derzeit das erste Wiener „Low Traffic Grätzl“ umgesetzt. Dort werden unter anderem Einbahnführungen verändert und sogenannte Diagonalfilter eingesetzt, um Durchzugsverkehr gezielt zu lenken und Nebenstraßen zu beruhigen. Die Umsetzung ist für Herbst bis Jahresende 2026 vorgesehen.
Ob sich dadurch oder durch die Einbahnänderung einzelne Fahrten in andere Gassen verlagern, lässt sich ohne Verkehrszählungen nicht exakt vorhersagen.
Das Ziel der vorgeschlagenen Änderung ist deshalb auch nicht, Verkehr irgendwie „verschwinden zu lassen“. Es geht darum, Zielverkehr weiterhin zu ermöglichen und gleichzeitig Nebenstraßen – insbesondere eine Wohnstraße – nicht als besonders attraktive Durchfahrtsroute zu organisieren.
Die Wohnstraße wird in jedem Fall verkehrsberuhigt
Wichtig ist noch eine Unterscheidung: Die geplante Einbahnänderung und die bauliche Umgestaltung der Kollmayergasse sind zwei verschiedene Projekte.
Das vom Wiener Klimateam ausgewählte „Grüne Straßen-T Kollmayergasse-Arndtstraße“ wird unabhängig von der Einbahnfrage umgesetzt. Innerhalb von 2 Jahren ab Fertigstellung der Baustelle „Quartier Anton“ sind dabei für die Wohnstraße unter anderem begrünte Verschwenkungen vorgesehen.
Die Frage bei der geplanten Befragung ist also nicht, ob die Kollmayergasse künftig verkehrsberuhigt wird. Sie lautet vielmehr, in welche Richtung der verbleibende Kfz-Zielverkehr künftig durch diesen verkehrsberuhigten Straßenabschnitt geführt wird.
Warum kommt das Thema gerade jetzt?
Neben der ohnehin geplanten Umgestaltung entsteht mit dem Quartier Anton auch ein neuer Verkehrserzeuger unmittelbar im Grätzl.
Die 130 neuen Wohnungen, fünf Gewerbeeinheiten und 60 Stellplätze bringen zusätzlichen legitimen Zielverkehr mit sich. Die neuen Tiefgaragen werden sowohl über die südliche Kollmayergasse als auch über die Anton-Scharff-Gasse erschlossen.
Genau deshalb war unsere Überlegung im Wohnstraßenverein: Wenn sich die Verkehrsströme ohnehin verändern, sollte das Einbahnsystem so funktionieren, dass alle Häuser und Garagen erreichbar bleiben, ohne gleichzeitig unnötige Durchfahrtsrouten durch die Nebenstraßen anzubieten.


